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Als ich heute morgen aufstand, regnete es wie aus Eimern. An einen Ausritt oder das Training, dass ich eigentlich mit Pearl auf der Bahn hatte machen wollen, war nicht zu denken. Nicht etwa weil der Boden das nicht zugelassen hätte. Nein! Der war einwandfrei und hätte die Niagarafälle schlucken können. Ich hatte einfach nur keinen Bock mir bei diesem Sauwetter eine Erkältung zu holen, wenn es nicht unbedingt nötig war. Also machte ich zwar Pearl fertig, ging mit ihm aber in die Springhalle. Dort war schon Ina mit Armano zugange. Chrissie hatte ihn zur Ausbildung angemeldet und heute war sein zweiter Tag. Ich gesellte mich also zu den Beiden und machte meinen Rappen warm. Wir waren mittlerweile so ein eingespieltes Team, das ich manchmal das Gefühl hatte Pearl würde schon wissen, was ich möchte, wenn ich noch nicht mal wusste, das ich möchte. So blieb die Aufwärmphase ohne größere Probleme und sehr entspannt. Auch das eigentliche Training verlief sehr zufriedenstellend. Pearl und ich versuchten uns einmal wieder an ein paar Klasse-M Sprüngen und ich muss sagen es wird immer besser. Bald kann ich meinen Hengst für die ersten Turniere melden. Ansonsten ließ ich ihn aus allem möglichen Positionen springen. Ein training, das ich mit allen meinen Pferden hin und iweder machte, um ihre Wendigkeit und ihr Auge zu verbessern. Pearl machte das sehr gut und warf kaum eine Stange herunter. Auch an eine Verweigerung war bei ihm nicht zu denken. Frei nach dem Motto "Ich kann nicht, wohnt in der Ich will nicht Straße" sprang er aus jeder Lebenlage. Er vertraute mir einhundertprozentig und wenn ich etwas für springbar hielt, dann tat er das auch. Das war eine der wenigen Dinge, wo ihm seine Sturheit nicht im Wege stand. Nachdem wir unser Training beendet hatten und ich meinen Rappen unter dem Solarium hatte, machte ich mir Dynamik fertig und wies, um Zeit zu sparen, Karin an mir Valentin zu satteln, sobald ich den Hannoveraner trockenritt. Dynamik war ein ganz anderes Kaliber, als Pearl. Er war zwar ebenso ehrgeizig, verlor aber weitaus schneller die Lust an einer Aufgabe, was von seinem Reiter demensprechend viel Fantasie forderte. Ich wärmte den Hengst also schonend auf und rit dann in der Springhalle einige Dressurlektionen. Dann ritt ich einen leichten Klasse-S Parcours und ging dann wieder fließend in die Dressurarbeit über. So verbrachten wir dann eine Stunde und Dynamik machte sich mehr als vorbildlich. Überhaupt staunte ich, wie gut ich mit ihm zurecht kam für die kurze Zeit, die ich ihn erst hatte. Auch mit Valentin arbeitete ich heute in der Springhalle und gymnastizierte ihn ein wenig. Er fühlte sich heute allerdings nicht so gut unter dem sattel an und war etwas schlapp. Daher hielt ich unsere gemeinsame Arbeit auch eher kurz. Es war mittlerweile gegen Mittag und ich wollte mir gerade etwas zu essen holen, als ein Pferdetransporter in Richtung Gut kam. Ich rief Chrissie an und machte mich bereit die beiden Ponys von Chrissies Schwester Sabi in Empfang zu nehmen. Die Formalitäten dauerten circa eine halbe Stunde und dann stellten wir die Beiden in den Stutenstall. Die kleine Mausi hatte es mit echt angtan. Sie hatte eine sehr hübsche Farbe. Überhaupt mochte ich die Rasse sehr gerne. Es waren fast alles sehr hübsch geformte Pferdchen. Ich war stolz nun auch so eines im Stall zu haben. NAchdem ich dann endlich gegessen hatte, hatte auch der Regen aufgehört und war einem sehr feinen Niesel gewichen. Ich sattelte mir also Flash und machte einen ausgibigen Ausritt. Endlich Zeit, um über die letzten Tage nachzudenken. Das Turnier war sowohl von organisatorischer, als auch reiterlicher Seite ein echter Erfolg. Mit Deway hatte ich den Großen Preis gewonnen und der schöne Pokal, den ich schon seit Wochen bei mir im Arbeitszimmer zu stehen hatte,konnte da nun stehenbleiben. Auch mit Heartbreaker gewann ich eine S-Prüfung der schersten Klasse und beim Mächtigkeitsspringen wurden wir 2.. Es war also, was die großen Prüfungen anging ein echter Erfolg. Bei den kleineren Prüfungen hatte ich mir ein wenig mehr ausgerechnet, bin aber dennoch nicht unzufireden. Auch Chrissie konnte viele Erfolge verzeichnen. Sie war mit ihrem Armano immer plaziert und so bildete unser Hof ein sehr geschlossenes Bild. Auch von der finanziellen seite her konnten wir jede Menge Plus machen. Es war zwar nicht immer ausverkauft, aber dennoch kamen mehr Leute, als ich gedacht hatte. Bei den wichtigen Prüfungen hatten wir dann tatsächlich Full House und ich war überglücklich die Tribünen rappelvoll zu sehen. Gestern hatte ich mir dann einmal eine kleine Pause gegönnt. Ich war vom Wochenende einfach vollkommen erledigt gewesen und genoss den Tag im Bett und am Telefon. Ein dicker Regentropfen, der mir auf den Kopf platschte, riss mich zurück ins Hier und Jetzt. Der nächste Wolkenbruch kündigte sich an und so machte ich mich mit Flash recht zügig auf den Rückweg. Meinem Wallach tat ein schneller Galopp auch mal ganz gut. Als ich wieder auf dem Hof war, übergab ich den Rappen Karin und holte Heartbreaker aus der Box. Auch mit ihm sprang ich ein wenig. Für den restlichen Nachmittag arbeite ich dann mit den drei Ponys. Dieses Mal allerdings in der Dressurhalle, da Ina nun mit den Gastpferden in der Allzweckhalle war. Little Indian und Caesar machte das Training richtig Spaß und ich genoss es die Kleinen zu reiten. Ich nahm mir sehr viel Zeit für die Ponys und testete sie in verschiedenen Situationen. Dazu hatte ich mir aus dem Anbau der Springhalle einige Flatterbänder, Planen und Regenschirme, die wir für das Scheutraining hatten, geholt und das alles um das Viereck herum aufgebaut. Die Schecken reagierten fast gar nicht darauf. Souverän liefen sie an allem vorbei, was da um sierum stand und verzogen keine Miene. Nachdem die Allzweckhalle wieder frei war, schirrte ich Mogli vor den neuen Einspänner, den ich extra für die Ponys gekauft hatte und wollte ausprobieren, wie er vor der Kutsche ging. Das Einzige, was mir der Händler nämlich zu den Ponys hatte sagen können, war, dass sie alle eingefahren waren. Ich verließ mich also darauf und setzte mich auf den Bock. Mogli bewegte sich nicht einen Zentimeter. Er warf seinen Kopf hin und her und stellte vollkommen auf stur. Ich rief Michael und der versuchte den Braunschecken zu führen, doch störrisch wie ein Esel stemmte er sich mit allen Vieren dagegen und weigerte sich auch nur einen Schritt zu tun. NAch einer halben Stunden gaben wir schließlich entnervt auf und Michael nahm Mogli mit zurück in den Stall, während ich die Kutsche unter die Tribüne zog. Am Abend widmete ich mich dann auch noch La Carena. Zwar ritt Sabi, Chrissies Schwester, sie ab und an und hatte sie auch erfolgreich auf dem Turnier vorgestellt,aber dressurmäßig konnte die Kleine sie noch nicht auf dem der Stute entsprechenden Niveau arbeiten. So übernahm ich das und überlegte während des Reitens was mit Mogli los war. Hatte der Händler vielleicht gelogen? Dafür ließ sich das Pony aber einfach zu leicht einspannen. Der Wallach kannte also die Kutsche. Aber warum wollte er dann nicht laufen? Ich hatte darauf auch beim Trockenreiten noch keine Antwort gefunden und grübelte, bis ich schließlich gegen elf ins Bett ging, weiter.
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